Nach zwei Jahren intensiven Suchens fand ich im März 1996 den für mich perfekten
Audi 200 quattro 20V : schwarz, Limousine, Teilleder-Sportsitze, Klimaautomatik,
16 Zoll BBS Felgen und 129000 Kilometern Laufleistung.

Nun bin ich schon 21 Jahre stolzer Besitzer und habe mit meinem 20V schon 600.000 Kilometer
zurückgelegt. Da kann man mit Sicherheit von einem Langzeitfahrbericht sprechen. Ein Auto, das
immer noch begeistert, obwohl ich in den Jahren mehrere andere Fahrzeuge parallel besaß bzw.
immer noch besitze. Da waren u.a. Audi S2, S3, S4/S6 (5 Zylinder!), RS2, S4 2.7 Biturbo, VW Toaureg…
also alles Fahrzeuge, die ihren Reiz haben.

Doch ein 200 20V hat einfach einen ganz eigenen Charakter und ist wirklich in keinster Weise mit
einem Audi V8 zu vergleichen, für den er manchmal gehalten wird. Mit dem 200 quattro 20V hatte
Audi endgültig den Schritt in die Oberklasse vollzogen: Leistung, Fahreigenschaften, Komfort und Verarbeitungsqualität sind erstklassig.

Der 20V ist eine perfekte Reiselimousine, die mit geringen Modifikationen bis 278 km/h schnell ist
und mit 10 bis 14 Litern auf 100 Kilometern zu bewegen ist. Er erwies sich als bärenstarkes Arbeitstier,
mit dem ich schwerste Lasten über zwei Tonnen gezogen habe.

Der 200er ist fahrdynamisch gutmütig mit Hang zum Untersteuern, aber mit präziser Lenkung und
angenehmer Getriebeabstufung.Die innenumfaßte Bremsscheibe mit Metallkorb, auch UFO genannt,
kommt schnell an ihre Grenzen, damit muß man behutsam umgehen. Mehrmaliges, aufeinander-
folgendes Bremsen von hohen Geschwindigkeiten stehen die Bremsscheiben nicht durch.

Der Motor in meinem Audi mit seinen inzwischen310PS und 440Nm läuft und läuft ,
inzwischen schon 730.000 Kilometer – der 5 Zylinder hält!

Getriebe hat es in den 21 Jahren ein paar gebraucht, aber bei zwei Tonne Zuglast und der Leistung geht
das in Ordnung.
Leichter Verschleiß auch im Innenraum: der Fahrersitz,da habe ich auch schon den dritten – was wohl
auch daran liegt, dass mit den Jahren das eine oder andere Kilo dazugekommen ist. 1996 hatte ich noch
zarte 82 Kilo.
Natürlich waren in der Zeit auch einige Gummilager, Dichtungen und Manschetten zu tauschen, aber das
sehe ich als normalen Verschleiß.

In all den Jahren hat mich der 200 20V nur einmalim Stich gelassen: als das Verteilerritzel aus Plastik
brach. Das sollte sich jeder, der sich mit diesem Fahrzeug beschäftigt, prüfen. Kleiner Tip: Die Plastikritzel
brechen und das Auto steht. Dem kann man vorbeugen. Dieses Teile gibt es auch aus Metall.
Wer sich jetz für einen Audi 200 quattro 20V interessiert, sollte sich folgende Stellen anschauen und
prüfen:

1. Lenkung: Dichtheit
2. Servopumpe: Dichtheit
3. Rost am Tank über dem Vorschalldämpfer
4. Kraftstoffleitung: Dichtheit, Zustand, Anschlüsse
5. Bremssättel hinten: Zustand, Gängikeit
6. Druckspeicher Bremse
7. Bremsscheiben schlagen
8. Sturzstreben hinten
9. Abgaskrümmer gerissen
10. Fensterheber hinten: Funktion
11. Korrision an Kotflügel

Aber, wenn es soweit ist, stehe ich gerne Rede und Antwort.

Der Audi 200 (Typ 44Q) – 1989 feierte das neue Top-Modell
von Audi auf dem Genfer Salon seine Weltpremiere. Die
sportlichste Version der Audi 200 Modelle wurde knapp drei
Jahre gebaut: insgesamt 4767 Limousinen und 1616 Avant.
Trotz eines Preises ab 74500,- DM erzielte der 20V über 80
Prozent Verkaufsanteil.
Das großzügig verglaste Heck des Avants beeindruckte die
Presse und das Publikum. In Schweden und Großbritannien
der Audi 200 quattro 20V Avant als Ferrari für Familien bezeichnet.

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